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Archiv für September 2009

Das Steinheimer Becken

Der Wäldlesfels auf dem Kegelberg in Steinheim am Albuch

Der Wäldlesfels auf dem Kegelberg in Steinheim am Albuch

Vor 14-15 Millionen Jahren ist im “Steinheimer Becken” bei Heidenheim ein Meteorit eingeschlagen. Wenn man auf dem Zentralberg, dem Kegelberg, in der Mitte des Kraters in Steinheim am Albuch steht, kommt man sich tatsächlich wie in einem Krater vor. Ich  habe gestern ein Kugelpanorama erstellt, auf dem man den Kraterrand ringsum ganz gut sieht. Übrigens gibt es einen Wanderweg, auf dem man dort einmal rundherum laufen kann. Unterwegs findet man immer mal wieder eine Gaststätte, in die einzukehren sich lohnt. Man hat tolle Ausblicke auf Steinheim, die Beschilderung ist auch sehr gut und der Weg somit nicht zu verfehlen. Früher war hier ein See, der so tief war, dass sogar der Kegelberg unter Wasser stand. Das Foto zeigt den 8 Meter hohen “Wäldlesfels” auf dem Kegelberg. Er ist ein in seiner ursprünglichen Gestalt erhaltenes Riff. Es wurde durch Algen im Flachwasser des vom See bedeckten Zentralhügels aufgebaut. Seinen Abbruch verhinderte der Steinheimer Ludwig Schäffer (1828 – 1916), dessen Grab man im Vordergrund sieht. Schaut doch mal auf unserem Tourismusportal für den Ostalbkreis, www.ostalb.net vorbei. Und dort unter “Sagenhafter Albuch”, Steinheimer Becken. Oder direkt hier

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Sonnenblumenfeld

just a sunflower...

just a sunflower...

Sommer ade

Wenn ich so arbeiten könnte wie die Herrschaften von der Wettervorhersage…Sonnenschein und 24 Grad versprechen, am Ende sind es dann 15 Grad und Nebel…
Der Sommer ist definitiv vorbei, und der Herbst hält Einzug hier in Sibirien. Ich finde in den letzten Jahren gibt es keine Übergänge mehr, die Wetterschwankungen sind extrem. Wenn man bedenkt dass es vor zwei Wochen noch 30 Grad hatte und es wahrscheinlich in sechs Wochen schneit (die letzten zwei Jahre fiel der erste Schnee immer am 1. November).
Nun gut, Gott sei Dank kann der Mensch das Wetter nicht wirklich beeinflussen…Obwohl, wäre der Klimawandel ohne den Menschen heute auch so zu spüren…
Hier mal ein Foto von ein paar Kühen, die mir auf meinem Weg heute begegnet sind.
kuehe-im-nebel

vom Tanzen und vom Singen…

Gestern war ich auf den Reichstädter Tagen, das ist DAS Stadtfest in Aalen. Man sagt dass alle Aalener, die nicht mehr in Aalen wohnen, immer zu diesem Fest in ihre alte Heimatstadt zurückkommen. Ich hatte den Auftrag für die Stadt das Fest mit der Kamera einzufangen, und da meine Tochter Julika dort einen Auftritt hatte, ließ sich Arbeit und Vergnügen ganz gut verbinden. Es gibt viele kulinarsiche Stände auf dem Fest, doch ich muss die Einfallslosigkeit meiner deutschen Landsleute hier mal anprangern. Rote, Thüringer und Steak mit Pommes gibt es auf jeder Hocketse, und wenn man bedenkt, dass heutzutage jeder Kleintierzuchtverein sein eigenes “Feschtle” abhält, dann ist das eine ganz schön ungesunde Ernährung. Also liebe Deutsche, lasst euch mal mal Anderes und auch was Gesünderes einfallen. So wie unsere ausländischen Mitbürger, bei denen die Auswahl doch um einiges größer ist. Meine Freundin und ich entschieden uns jedenfalls für die Speise eines unseres Lieblingslandes Kroatien, nämlich Cevapcici. Mmh, sehr lecker, mit Reis und Salat…
Die Auftritte der verschiedenen Gruppen auf den drei Bühnen sind eine Mischung aus Moderne und Tradition. Meine Tochter tanzt bei der HipHop-Truppe “Pink Ladies”, sie hatten am Samstag zwei Auftritte, hier mal ein Foto dazu.

Pink Ladies, meine Tochter Julika ist ganz rechts

Pink Ladies, meine Tochter Julika ist ganz rechts

Mein persönlicher Höhepunkt war eine Darbietung einer Musikergruppe aus Cervia in Italien. Sie spielten eine Art Dixieland, aber auf so eine lustige und originelle Weise, dass man neben dem Mitwippen- und Klatschen auch noch lachen musste. Endlich mal ein wenig Abwechslung zwischen den vielen Jazztanz-Gruppen.

Dixieland aus Cervia

Dixieland aus Cervia

Am Abend hatte ich noch einen Auftrag für das Katholische Sonntagsblatt. Eine Jugendwallfahrt auf dem Hohenrechberg bei Schwäbisch Gmünd. Julika wollte noch mit ihren Freundinnen durch die Reichstädter Tage ziehen, also fuhren Christine und ich alleine los. Der Hohenrechberg ist wie der Name schon sagt ein Berg, und wie es das Leben so will kann man dort nicht hinfahren sondern muss am Fusse des Berges parken und zu Fuß hochlaufen. Zirka 20 min dauert der Aufstieg, es ist sehr steil und am Ende kommt man schweißgebadet oben an. Dort erwartete uns ein Zelt, in dem ein Jugendgottesdienst mit Weihbischof Renz abgehalten wurde. Die ganz in grünen T-Shirt gekleideten Jugendlichen empfingen uns schon am Eingang mit einem Teelicht, wie die Zeremonie aber ablaufen würde und wann das Teelicht angezündet werden würde, was vielleicht ein interessantes Bild gegeben hätte, wollten sie uns nicht erzählen. Nun gut, nach mehr als 20-jähriger Tätigkeit als Pressefotograf weiß ich auch so was auf mich zukommt. Zuerst der Einzug, der sich normalerweise gut fotografieren läßt, denn man hat die Geistlichen und die Gemeinde auf einem Foto, war hier für ein Foto zwecks der Enge des Zeltes sehr ungeeignet. Ich stand auch gleich den Ministranten im Weg, und so blieb mir nichts weiter übrig, als die Jugendlichen, denn um die ging es ja bei dem Gottesdienst, beim Singen zu fotografieren. Gott sei Dank hatte eine Jugendliche mit ihrem grünen T-Shirt eine Fahne dabei, die sie, als sie mich fotografieren sah, gerne ins Bild schwenkte, und so hatte ich für die schlechten Fotografierverhältnisse doch noch ein brauchbares Bild zustande bekommen.
Der Rückweg zum Auto ging wenigstens bergab, doch die Nacht ist nicht der Freund meiner Christine. Der Weg war stockdunkel, keine Laterne weit und breit, man konnte die Hand nicht vor den Augen sehen. Christine zerquetschte mir fast die Hand und meinte, dass sie sich hier alleine nicht durch den Wald trauen würde…

Singen und Fahne schwenken, das nennt man multitasking...

Singen und Fahne schwenken, das nennt man multitasking...

auf Kugelpanorama-Tour in Hohenlohe

So macht das Arbeiten Spaß. Die Sonne scheint, das Cabriodach ist offen. Meine Freundin Christine und ich fahren um 8 Uhr morgens los. Fahrziel: einige Kirchen in Hohenlohe, von denen ich im Auftrag einer Kirchenzeitung Kugelpanoramen erstellen soll. Ein Kugelpanorama ist ein interaktives Bild für die Darstellung im Internet, ein 360-Grad-Rundumblick, bei dem man sich einmal um sich selbst dreht und auch noch vertikal einen Winkel von 180 Grad abdeckt. Beispiele können hier angesehen werden.

peter-in-der-kirche

Erster Halt: Heilbronn. Die Kilianskirche hatte ich im Sommer 2008 schon einmal besucht, damals zur Priesterweihe. Sie ist ziemlich groß und dunkel, doch gerade als wir ankommen ist sie hell erleuchtet, die Putzfrau ist da. Aber alles kein Problem, sie verschwindet immer mal wieder hinter einer der großen Säulen, so dass ich problemlos fotografieren kann.

Dann geht es weiter nach Bad Mergentheim. Dort hatte ich mich angemeldet, und ein netter Herr nimmt sich unser an. Auch hier ist es sehr dunkel, der Mesner hat nur 10 min Zeit uns Licht zu machen, so müssen wir uns etwas beeilen. Unser Führer ist extra dafür abgestellt worden, uns was über die Kirche zu erzählen und unsere Fragen zu beantworten. Doch wir sind Fotografen und können weder lesen noch schreiben, weshalb wir keinen Bedarf haben an Informationen und unser Führer etwas hilflos dasteht. Zumindest möchte er uns noch sein Museum zeigen, was wir nicht ablehnen können. Danach lädt er uns noch auf einen Kaffee ein, doch als wir dankend ablehnen mit dem Verweis dass wir noch mehr Kirchen fotografieren müssen, meint er nur lapidar: “Dann vielleicht einen Espresso”?

Es ist 12 Uhr, High Noon, und Zeit für ein Mittagessen. In Markelsheim, einem sehr netten Weindorf, machen wir Rast. Das “Kreuz” wirbt mit einem Biergarten-Schild, also kurzerhand auf den Parkplatz und rein in die gute Stube. Doch halt, an der Gartentüt steht: “ab 15 Uhr geöffnet”.
Nun, heute hätten sie das Geschäft ihres Lebens machen können…

Wir finden einen Landgasthof mit einem schönen netten Biergarten am Ortseingang von Markelsheim. Eine nette Dame reicht uns die Speisekarte, und zum ersten Mal in meinem Leben sitze ich in einer polnischen Gaststätte. “Pirogge” sind gefüllte Teigtaschen mit Fleisch. Christines Mama kommt aus der Nähe von Stettin, und so bestellt sich meine Freundin eine Portion. Da sie nie alles schafft, was auf dem Teller ist, läßt sie sich den Rest einpacken, morgen hat ihre Mama Geburtstag und wir ein weiteres Geburtstagsgeschenk…

pirogge

Die Bergkirche in Laudenbach ist unser nächstes Ziel. Auch hier war ich früher schon einmal bei einer Prozession, sehr nett hier und nebenan auch eine kleine Gaststätte. Wir waren nicht sicher ob die das Kirchlein geöffnet war, aber wir hatten Glück.

Genauso wie im Kloster Schöntal. Das Kloster ist wohl eine Touristenattraktion, viele PKWs und auch Busse stehen auf dem Parkplatz. Wir sind nicht angemeldet, weil wir telefonisch niemand erreicht hatten. Es gibt aber eine Information, und nachdem ich dort meinen Presseausweis gezeigt habe, schließt uns die gute Frau die Gittertür zum Altarraum auf und wir können ungehindert von den Touristen unser Kugelpano aufnehmen.

Die letzte Station ist Neckarsulm. Auch hier hatte ich niemand erreicht und wir fuhren auf gut Glück hin. Ich hätte Neckarsulm gerne am Anfang unserer Tour mit Heilbronn verbunden, leider ging das aber zeitlich nicht. Als wir ankommen kommt gerade die Sekretärin aus dem Pfarrhaus. “Ja, die Mesnerin sein da und könne uns Licht machen, aber begeistert wird sie nicht sein”, erklärte sie uns. Nun, davon haben wir nichts bemerkt, aber sie hat auch ihren Mann beauftragt, mit uns in die Kirche zu kommen. Er verschwand hinter einer Tür, um uns nicht im Bild zu stehen, aber immer wieder öffnete er sie einen Spalt und schaute heraus…

Jetzt waren wir fertig. Wir kauften noch Vesper für das Abendessen ein und gönnten und noch jeder ein Eis in der führenden Eisdiele am Ort, dann machten wir uns auf den Rückweg. Immer am Kocher entlang genossen wir in unserem Cabrio die letzten Sonnensrtahlen, und kamen nach 11 Stunden um 19 Uhr wieder in Aalen an.

immer mehr Unfälle

Eigentlich würde ich gerne über erfreulichere Dinge berichten, aber in diesem Sommer ist der Wurm drin. So viele Unfälle und Brände wie dieses Jahr habe ich in 20 Jahren noch nie erlebt.

unfall-langert

Der Langert ist ein großes Waldgebiet in Aalen. Eigentlich für Fahrzeuge gesperrt. Als ich die Langertstrasse hochfuhr sah ich zunächst einmal keine Anzeichen eines Unfalls. Also rein in den Wald, vorbei an der Schranke, die zum Glück offen stand, sah ich plötzlich ein Feuerwehrauto mit Blaulicht an einer Waldkreuzung stehen. Ich stieg aus und traf den Kommanden der Feuerwehr. “Ich kann noch gar nichts sagen”, begrüßte er mich, als auch schon zwei weitere Feuerwehrfahrzeuge ankamen. “Einer rechts und einer geradeaus”, schickte der Kommandant seine Fahrzeuge weiter, anscheindend wußten sie nicht genau, wo genau sich der Unfall ereignet hatte. Plötzlich kam ein kleiner Baulaster, hielt kurz bei uns an, kurbelte das Fenster runter, schrie “Geradeaus” und brauste auch gleich weiter. Der Kommandant setzte sich in seine Auto und jagte dem Laster den Waldweg hinterher. Gut, dachte ich, nehm ich mal die Verfolgung auf. Zuerst sah ich noch die Staubwolke, die die zwei Autos aufwirbelten, doch plötzlich war ich alleine im Wald. Und so viele Abzweigungen! Ich blieb immer geradeaus und nach ein paar Minuten war mir klar, dass dieser Weg nicht richtig sein konnte. Also umdrehen. Gott sei Dank kamen mir plötzlich zwei weitere Feuerwehr autos entgegen, die kurz vor mir nach rechts abbiegten. Also ich wieder hinterher. Da es sich um Lastwagen handelte, konnten sie mich auch nicht abhängen. Es ging einige Minuten durch den Wald bis wir endlich die Unfallstelle erreichten. Ein Blick in den Rückspiegel zeigte mir, dass noch ein großes Feuerwehrauto hinter mir war. Oh je, jetzt versperre ich den Rettungsfahrzeugen auch noch den Weg. Aber da war eine Abzweigung, ich schnell rückwärts rein und geparkt. Zu Fuss ging es jetzt noch einmal ein paar Minuten vorbei an bereits eingetroffenen Rettungsfahrzeugen, die alle wie an einer Perlenschnur hintereinander auf dem Weg standen, Polizei, Krankenwagen, Feuerwehr. Dann kam ich endlich am Unfallort an. Dort war ein 40-Tonner mit Erdaushub umgestürzt und der 73-jährige Fahrer war eingeschlossen, nicht eingeklemmt. Ich wartete eine halbe Stunde, bis der Mann, der mittelschwer verletzt war, endlich aus seiner Fahrerkabine befreit werden konnte. Dann konnte ich mein Foto schießen. Auf dem Rückweg zu meinem Auto traf ich dann fünf Feuerwehrleute, die gelangweilt an ihrem Fahrzeug standen. “Haben Sie alles schon im Kasten”, fragte mich einer. “Ja, Gott sei Dank”, antwortete ich, “jetzt muss ich nur noch mit meinem Auto aus dem Dreck rauskommen”. “Kein Problem”, erwiderte ein Feuerwehrmann, “wir schieben wenn es sein muss”. Ich kam dann doch ohne fremde Hilfe aus meinem Waldparkplatz raus, jedoch war mein Auto so dreckig geworden, dass ich beschloss, sofort in die Waschstrasse zu fahren. Und einen Teil meines Honorars wieder auszugeben.

Der zweite Unfall ereigente sich dann gegen Mittag, als ich gerade vom Einkaufen kam. Ich hatte schon das Martinshorn in der Stadt gehört und gebetet, dass es kein Unfall war. Aber Pech gehabt. Am Südeingang zum Rombachtunnel hatte es einen Unfall gegeben, ein PKW ist in einen LKW gefahren. Das Schwierige ist bei solchen Unfällen immer, an die Unfallstelle ranzukommen. Dieses Mal musste ich um die halbe Stadt rumfahren um von der richtigen Seite anzukommen. In diesem Fall war schon Stau beim Kreisel beim McDonalds, weil die Zufahrt zum Tunnel mit einer roten Ampel gesperrt war. War mir egal, als ich endlich am Kreisel war bog ich Richtung Tunnel ab, und wie es so oft ist, kaum hatten das andere Autofahrer gesehen, taten sie mir es gleich, na gut, dachte ich, selber Schuld wenn ihr jetzt in eine gesperrte Strasse reinfahrt. Der Unfall ereignete sich, als ein PKW in die B 29 einfädeln wollte und dabei einen LKW übersah. Wie kann man einen LKW übersehen? Fahrer und Beifahrerin des PKW wurden schwer verletzt.
Dieses Mal hatte ich  Glück. Hatte mich der erste Unfall ca. 2 Stunden Zeit gekostet, war dieser in 10 min erledigt. Ich machte meine Bilder, und als ich mir gerade überlegen wollte, wie ich wohl mit meinem Fahrzeug aus der gesperrten Strasse wieder wegfahren könnte, entschied die Polizei, die Sperrung aufzuheben, und ich konnte zügig abfahren.

unfall-rombachtunnel

Auf der Flucht

Nachts um 4 Uhr klingelt mein Handy, am anderen Ende der Leitung: die Polizeidirektion aus Aalen. “Haben Sie Interesse an einem Unfall”? fragt mich der freundliche Polizist. Nein, nicht wirklich, denke ich, einzig, ich habe Bereitschaftsdienst, und da geht es weniger um Lust als um Pflicht. Eine Polizeistreife wollte einen 37-jährigen Alfa-Romeo-Fahrer anhalten und winkte mit der Polizeikelle, da gab der Mann Vollgas und raste davon. Die Polizeistreife natürlich hinterher, es entstand eine regelrechte Verfolgungsjagd rund um Adelmannsfelden, wo sonst immer die Ostalb-Rallye stattfindet. Schnell verloren die Polizisten den Alfa aus den Augen, doch als sie um eine scharfe Linkskurve kamen, sahen sie plötzlich den Wagen rechts im Acker auf der Seite liegen. Der Fahrer war eingeklemmt, die Feuerwehr wurde gerufen um das Dach des Fahrzeugs aufzuschneiden und den Verletzten zu bergen. Dieses Bild bot sich mir dann, als ich ca. eine halbe Stunde später am Unfallort eintraf. Schon von weitem sieht man die gespenstische Szene in der Nacht, wenn die Blaulichter blinken, der Acker taghell erleuchtet ist, und auf der Rückfahrt fuhr ich dann automatisch etwas langsamer.

unfall-adelmannsfelden-haid

No alcohol

In der wichtigsten Geschichte heute geht es um das Alkoholverbot in der Innenstadt. Dieses Thema muss bebildert werden, und auf Anregung meines Redakteurs R. soll ich mir Gedanken machen um eine Bierflasche im Vordergrund, im Hintergrund soll die City zu sehen sein. Eines von beiden soll scharf sein, das andere unscharf. Ich habe eine Idee: zwei Bierflaschen prosten sich zu, man soll nur die Hände sehen und die Flaschen, diese Szene soll unscharf sein und die City dann im Hintergrund scharf. Ich richte also schon mal zwei leere Bierflaschen her und warte darauf, dass meine Freundin von der Arbeit heim kommt. Als sie endlich da ist fahren wir auch gleich in die Stadt. Wir suchen uns die richtige Location, packen die zwei Bierflaschen aus, meine Freundin nimmt eine in die Hand. Jetzt fehlt uns nur noch eine zweite Hand. Tja, da müssen wir wohl schon wieder jemand ansprechen und um Hilfe bitten. Gott sei Dank sind wir in der Innenstadt, da laufen ja genug Leute herum. Und promt kommt uns ein einzelner, jüngerer Mann entgegen, den wir auch gleich ansprechen. Kurz unsere Problem geschildert, erklärt er sich auch gleich dazu bereit, uns seine Hand zu leihen. Klick, klick, und schon vorbei. Das knipsen ging schnell, wichtig war hier die Vorarbeit, die richtige Idee zu haben.

alkoholverbot

Erster Bericht über einen ganz normalen Arbeitstag

Wenn die Sonne scheint und der Himmel blau ist, dann geht bei mir die Blende auf und ich muss raus. Nach einem Morgenkaffee und dem üblichen Check in meiner Heimatzeitung, welche Bilder veröffentlicht wurden, ging es heute zuerst nach Unterkochen, um Bilder von dem Teilort für die Stadt Aalen zu machen, danach direkt weiter nach Oberkochen, um für unsere Tourismus-Homepage www.ostalb.net die Stadt zu portraitieren.

Der erste Auftrag für die Zeitung heute: eine Geschichte, wie sich die Leute vor der Hitze schützen. Also ab ins Freibad, aber nicht zum Baden, sondern zum Knipsen. Das schwierigste dabei: die Leute anzuquatschen und die Erlaubnis einzuholen, sie in Badehose und Bikini zu fotografieren. Doch anders als noch vor zehn Jahren ist dies mittlerweile kein Problem mehr, die Leute lassen sich ohne Probleme ablichten. Eine Famile mit zwei Kindern hat ein Zelt mitgebracht, in dem sie so halb drinliegen. Genau das, was ich gesucht habe. Aber Vorsicht: die Hälfte liegt im Schatten, das Zelt ist blau, und die automatische Belichtung spielt verrückt. Zum Glück habe ich genug Erfahrung um das Problem zu erkennen und die Szene reichlich überzubelichten, denn als Pressefotograf hat man keine zweite Chance. Wenn man das Foto versemmelt ist es meist unwiderbringlich weg. Dann sehe ich einen Vater, wie er sein Kind eincremt, im Hintergrund sind mehrere Sonnenschirme zu erkennen. Also nichts wie hin. Und wieder habe ich Glück, auch er hat nichts dagegen, sich fotografieren zu lassen. Jetzt noch ein kleiner Spaziergang auf eine kleine Anhöhe und eine Gesamtübersicht fotografieren, denn Redakteure wollen gerne Masse im Blatt sehen, und schon gehts weiter zum nächsten Termin. Unterwegs gebe ich schon mal einen Tipp ab, welches Bild wohl veröffentlicht wird. Ich tippe auf das Zelt.

hitze

Der nächste Termin ist langweilig, es wird mal wieder ein neuer Kreisel gebaut, und ich soll die Bauarbeiten dokumentieren. Mir tun die Bauarbeiter leid, die bei brütender Hitze auf dem heißen Asphalt ihre harte Arbeit tun. Als ich so da stehe und fotografiere schreit ein Bauarbeiten seinem Kollegen zu: “Jetzt kommen wir schon wieder in der Zeitung”. Vielleicht war der Kollege von der Mitbewerber-Zeitung schon vor mir da.

Jetzt wirds lustig: ich bekomme einen Anruf von meinem Redakteur T., heute Nacht hätte es einen Verkehrsunfall gegeben, die Polizei hätte einen Verletzten in die Klinik gebracht, doch von dort sei er getürmt, und trotz Polizeisuche nicht mehr gefunden worden. Jetzt muss ich die Unfallstelle anfahren und von dort ein Foto machen, da die Geschichte bebildert werden muss.

unfall

Zwischenzeitlich war ich mit meiner Freundin einkaufen und habe die Bilder am PC bearbeitet und per email an die Redaktion geschickt. Zwischendurch erreicht mich ein Anruf einer holländischen Kollegin, ob ich im Freibad auch eine Frau im Bikini fotografiert hätte. “Warum”? frage ich, und sie erzählt mir, dass sie eine Geschichte machen möchte über die Wirkung einer Frau im Bikini auf Männer. Nun, da kann man ja keine Frau aus dem Freibad nehmen, ungefagt. Am Ende steht mein Name unter dem Bild und werde verkagt. Also bleibt nichts anderes übrig, als dass sich meine Freundin zur Verfügung stellt. Aber nur ohne dass man mich erkennen kann”, sagt sie. Da es sehr heiß ist heute, genau der richtige Termin. Sie zieht sich um, wir bauen den neuen Liegestuhl im Garten auf, und los gehts. Aber wie regeln wir das, das man sie nicht erkennt. Soll ich die Frau ohne Kopf fotografieren? Abhilfe schafft ein Buch, das sie so liest, dass sie es sich mehr oder weniger vor das Gesicht hält. Das klappt. Trotzdem, jeder der uns kennt weiß, dass es nur sie sein kann…

Es ist 16.15 Uhr, und jetzt geht es zum Wahlkampfbus der SPD in die Innenstadt. Die Kandidatin spricht mit Passanten, die Jusos verteilen Mirabellen, im Hintergrund steht der neue Wahlkampfbus. Alles muss auf ein Foto, Gott sei Dank habe ich ein leistungsstarkes Weitwinkelobjektiv.

Schon bin ich zu spät, denn gleichzeitig hat eine Besprechung angefangen zu einer Modenschau, die im September in Aalen steigt. Ein paar Models sind da, eine Friseurin und ein Typ von einem Klamottenladen, dessen Mode präsentiert werden soll. Alles ganz locker, ich kann ein paar Szenen einfangen, und schon geht es zum Highlight der Tages.

Immer in den Sommerferien macht meine Zeitung eine Serie über Oldtimer, und heute ist ein Austin Healey Sprite dran. In Racing-Green, so wie es sein soll. Ein herrliches Fahrzeug, dass ich von allen Seiten fotografiere. Der Besitzer ist der Organisator der “Ostalb-Classic”, einer Oldtimerrallye, die es erst seit 2007 gibt. Alles ist original, schöne lederne Sitze, viele alte Instrumente…Das einzige Manko: er läuft gerade nicht, so dass man den Sound nicht hören kann. Schade, schade…

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